Jesuitens Bericht, der Paititi beweist

Dieser Bericht aus den Jahren 1567-1625 wurde von einem italienischen Historiker und Archäologen, Mario Polia, in den Archiven der Jesuiten-Gesellschaft entdeckt und 2002 im italienischen Magazin „Archeo[1] veröffentlicht.

Mario Polia, Italian historian and archaeologist, a specialist in the history of religions.
Mario Polia. Quelle: „Mario Polia durante una lezione all’aperto a Roma“ von Timiotatongenos, lizenziert unter CC BY-SA 3.0 / Vom Original abgeschnitten

Der Autor des Berichts und der Adressat sind unbekannt, aber für die Historiker gibt es keinen Zweifel über die Existenz des im Text erwähnten Paters Andrea Lopez. Darüber hinaus erlaubt uns der Rang der beteiligten historischen Figuren zu sagen, dass es sich nicht nur um Gerüchte handelt, sondern um verifizierte Informationen. Der päpstliche Auftrag zur Evangelisierung der Einwohner von Paititi, der das erklärte Ereignis bestätigen könnte, wurde jedoch noch nicht gefunden.

Um auf dieses Dokument [2] zuzugreifen, haben wir auf ARSI (Archivum Romanum Societatis Iesu) — das Archiv der Zentralregierung der Gesellschaft Jesu weltweit — hingewiesen. Mit freundlicher Genehmigung von ARSI veröffentlichen wir eine digitale Kopie des Berichts sowie dessen Transkription und Übersetzung in andere Sprachen. Die Gesellschaft Jesu behält das Urheberrecht an dem Dokument selbst und seinen Übersetzungen.

Der folgende Text ist der einzige dokumentierte Beweis für die Existenz des Königreichs und der Stadt Paititi. Ausserdem bestätigt es, dass die Kirche in der Person eines Papstes (es könnte jeder der elf Päpste von Pius V. bis Urban VIII sein) und ein Generaloberer der Jesuiten (es könnte Claudio Acquaviva oder Muzzio Vitelleschi sein) über Paititi wusste und Missionare dorthin schickte…

Digitale Kopie des Dokuments

Transkription und Übersetzung

Relazione d’un miracolo ch’è interuenuto per la misericordia di Dio nell’Indie del Perù, o per meglio dire nel Regno di Paÿtiti a canto del Perù. Bericht eines Wunders, das für die Gnade Gottes in Peru geschah, oder besser gesagt im Königreich Paÿtiti bei Peru.
Essendo arriuato il P.[adre] Andrea Lopez in questa città di Roma da N.[ostro] P.[adre] Generale come procuratore di quelle bande ha fatto relazione del miracolo, che il Sig.[no]re per la sua misericordia ha mostrato in quelli Paesi, et è il seguente. Il detto P.[adre] Andrea Lopez essendo Rettore del Collegio della Compagnia di Gesù nella città di Cousco in dette Indie del Perù, dice che in quella città erano alcuni Indiani da tre, o quattro, li quali se bene erano Christiani battizati per mano sua propria si sdegnorono del mal trattamento d’alcuni soldati del Presidio, et si risolsero di partirsene di quelli suoi Paesi, et andarsene in un altro Regno a dieci giornate discosto dal detto Perù, il quale è chiamato Paÿtiti, et è grande mille legue di Spagna, che fanno tre mille miglia d’Italia, et sono huomini bianchi come todischi, et bellicosissimi et civili nel lor vivere, et governo. Il Rè è molto potente, tiene una Corte a guisa del gran Turco con molta gran Maestà, il suo Regno è molto ricco, et adornato d’oro, d’argento et di molte perle in tal maniera, che se ne servono nella Cuccina di Pignatte, et padelle, come di qua usiamo del Metallo et ferro. Als Pater Andrea Lopez in dieser Stadt von Rom zu unserem Pater General [der Gesellschaft Jesu] als Prokurator aus diesen Ländern kam [d. H. als Vertreter des Jesuitenordens aus Peru] berichtete er von einem Wunder, das der Herr in seiner Gnade in diesen Ländern zeigte. Der oben erwähnte Pater Andrea Lopez, als Rektor des Kollegs der Gesellschaft Jesu in Cusco in Peru, sagt, dass es nur wenige Inder (drei oder vier) in dieser Stadt gibt, die trotz von ihm getauft und zu Christen geworden sind — durch Misshandlung mehrerer Soldaten des Presidio [eine kleine Festung mit einer Garnison drinnen] verärgert; sie beschlossen den Ort verlassen, um in ein anderes Königreich zu gehen, dass in zehn Tagen von diesem Peru liegt und Paÿtiti genannt wird und die Grösse von tausend grossen spanischen Leugen hat [6694 km] die dreitausend italienische Meilen [5553 km] machen und sie [Paÿtiti Bewohner] sind so weiss wie Germanen, sehr kriegerisch und zivilisiert in ihrem Leben und Regieren. Der König ist sehr mächtig und hält den Hof in der Art des Grossen Türken [türkischer Sultan] mit grosser Majestät; sein Königreich ist sehr reich mit Gold, Silber und vielen Perlen verziert, so wie man es für Töpfe und Pfannen verwendet wie hier Eisen verwendet wird.
Essendo dunq[ue] li sopradetti Indiani fugiti da Cousco, et arrivati al sopradetto Regno di Paÿtiti alle frontiere furono dalle guardie essaminati, et visitati le loro valigie, et bagaglie, che portavano, e come veramente questi Indiani erano Christiani portavano seco un Crocifisso di Legno, ch havevano havuto dal detto P.[adre] Andrea avanti la loro partenza, et dimandandogli le guardie delle frontiere, che cosa fosse quel crocifisso, come sbigottiti di veder la forma d’un huomo messo in un legno, risposero li detti Indiani, ch’era la figura del Dio de‘ Christiani. All’hora le guardie se ne burlarono, ridendosene con ogni meno sprezzo, et lasciandoli passare pure liberamente nel Regno, arrivarono nella Città, dove tenea la sua Corte il Rè del detto Regno di Paÿtiti, et essendo il Rè avvisato dell’arrivata delli detti Indiani, et ch portavano seco la figura del Dio, che gli Christiani adorano, per curiosità il Rè li fece chiamare in presenza sua, et di tutta la sua Corte, dove concorrevano tutti li principali Signori della sua Corte per curiosità, tanto per vedere la figura del Dio dei Christiani, quant‘ ancora per intendere li discorsi, ch li detti Indiani fariano al Rè. Nachdem die genannten Indianer aus Cuzco geflohen waren, gelangten sie in dieses Königreich Paÿtiti, wo die Grenzwächter ihre Taschen und Habseligkeiten die sie trugen, durchsuchten; da diese Indianer tatsächlich Christen waren, trugen sie ein hölzernes Kruzifix, das Pater Andrea Lopez ihnen vor ihrer Abfahrt gegeben hatte; und die Grenzwächter fragten sie, was diese „Kreuzigung“ sei, weil die Wachen verwirrt waren, eine Gestalt eines hölzernen Mannes zu sehen; die Indianer antworteten ihnen, dass es die Gestalt des Gottes der Christen sei. Dann begannen die Wachen zu scherzen und verächtlich zu spotten, liessen sie aber frei in das Königreich gehen; sie [Indians] kamen in die Stadt, wo sein Hof der König des Königreichs Paÿtiti behielt, der über die Ankunft dieser Inder die die von Christen beehrte Gestalt des Gottes tragen, gewarnt worden war; aus Neugierde rufte er sie in seiner und seiner ganzen Hofnacht Anwesenheit, wo sich alle Hauptadligen versammelten neugierig die Gestalt des christlichen Gottes zu sehen und die Sprache der Indianer zu hören, was sie dem König sagen würden.
Hora il Rè pigliando il detto Crocifisso in mano senz‘ altro se en cominciò a ridere, et a beffare insieme con tutti l’altri suoi Corteggiani, et havendo riso, et beffato un pezzo burlandosi del Crocifisso, lo tornò in mano dell’Indiano dicendogli, che se n‘ andasse via con il suo Dio de Christiani, et dicendo queste parole per maggiuor disprezzo sputò nella faccia del Crocifisso mentre l’Indiano l’havea già ricevuto, intervenne il miracolo, ch il detto Crocifisso alzò sù il capo, ch P.[rim]a havea inclinato, come ordinariamente si sogliono intagliare li Crocifissi, et alzando il capo diede un‘ occhiata terribile rivoltando gli occhi con il capo a man destra, et sinistra, la qual‘ occhiata fù tanto terribile, et spaventosa ch‘ il Rè con tutta la sua Corte circostante cascorono in terra tramortiti senza dare segno di vita, et in questo modo restorono in terra per spatio di 3 hore tutti quanti, salvo l’Indiano il quale restò in piedi saldo con il Crocifisso in mano tutto sbigottito. Nun griff der König diese Kreuzigung und fing an darüber zu lachen und mit seinen Höflingen machte er die Figur lächerlich, scherzte über die Kreuzigung; er legte es wieder in die Hand des Indianers und sagte, er solle mit seinem christlichen Gott fortgehen; als er diese Worte ausgesprochen hatte und als der Indianer bereits die Kreuzigung empfangen hatte, spuckte er mit grosser Verachtung vor dem gekreuzigten Christus; und dann geschah ein solches Wunder, dass der gekreuzigte Christus seinen Kopf hob, der gebeugt worden war — wie gewöhnlich hölzerne Kreuzigungen geschnitzt werden — und seinen Kopf anhebend, er zornig wütend, seinen Blick und Kopf nach rechts und links drehend; und der Blick war so gruselig und unheimlich, dass der König und die ganze Suite drei Stunden lang zu Boden fielen — jeder ausser dem Indianer, der unberührt da stand und erstaunt war, das Kruzifix in seiner Hand haltend.
Al fine il P.[rim]o che tornasse in se fù il Rè, et poi di man‘ in mano tutti gl’altri uno doppo l’altro, et come stupiti, et attoniti, alzò la voce il Rè, et disse a guisa di S.[anto] Paolo Grande, grande, grand’è il Dio de Christiani, è così medesimam.[en]te tutti gl’altri circonstanti, et subito il Rè con tutti gli circonstanti si gettorono in terra adorand‘ il detto Crocifisso, et nel Cortile del suo Palazzo fece subito fabricare un‘ Oratorio, a guisa d’una cappella quadra tutta d’oro fino adornata di gemme pretiose, dove piantò sopr’un’altare il detto Crocifisso dove lui in persona con il Prencipe suo unico figliuolo, et herede del suo Regno insieme con tutta la sua Corte andava ogni dì non una volta, mà più volte ad adorar‘ il detto Crocifisso. Der König war der erste, der sich erholen konnte und dann all die anderen nacheinander, erstaunt und sprachlos; der König erhob seine Stimme und sagte, wie Paulus der Grosse, [beziehend auf den Apostel Paulus, mit dem es eine ähnliche Geschichte gab: Verachtung und Hass für das Christentum, der nachfolgende Zorn Gottes, und am Schluss — Bekehrung] dass der Gott der Christen gross und mächtig ist, und alle anderen waren übereinstimmend; und sofort stürzte der König mit dem ganzen Hof zu Boden und verehrte dieses Kruzifix; und im Hof seines Palastes befahl er bald, ein Gebetshaus zu bauen, eine Art quadratische Kapelle, ganz aus purem Gold, mit kostbaren Steinen geschmückt, wo er die erwähnte Kreuzigung auf den Altar stellte; dort mit seinem Sohn, dem Prinzen und dem Nachfolger seines Königreiches, mit dem ganzen königlichen Hof, ging er jeden Tag, und nicht ein sondern mehrere Male, um den gekreuzigten Christus anzubeten.
Dopoi pochi giorni trattò molto sinceram.[en]te con curiosità accompagnata di zelo Santo con li sopradetti Indiani, dimandando et interrogando delle cose che contiene la legge Christiana, et promettendo alli detti Christiani d’irricchirli nel suo Regno, se loro potevano dargli ordine, et maniera di poter parlare con quelle persone dotte, et litterate in questa legge Christiana; et così risolse il Rè con alcuni suoi Cortiggiani sino à sei de primi insieme con il suo unico figliuolo il Prencipe d’andare con li detti Indiani à trovare li Padri della Compagnia, et particolarm.[en]te al sopradetto P.[adre] Andrea Lopez, dove essend‘ arrivati insieme fù tanto il suo Zelo, che dopoi d’essere stato soddissfatto della dottrina de Christiani, che il detto P.[adre] Andrea Lopez gli predicava pregò con grande constanza, ch‘ il detto Padre volesse battizare lui, et il suo figliuolo insieme con gli altri sei principali Cavaglieri, che seco menava, et così il detto Padre soddisfatto della sua costanza li battizò tutti, et essendo tutto mosso a divotione, piacque al Signore di darli una febre, con la quale morse, et avanti la sua morte ricevuti tutti li Sacram.[en]ti con gran fede, et divotione tale, quale si potria mai dire raccomandando al suo figliuolo, et àgli altri sei Cavaglieri, che guardassero questa legge de Christiani, et non solo loro, ma ancora introdurla nel suo Regno, pregando il detto P.[adre] Andrea, che volesse andare con quel suo figliuolo nel suo Regno à piantar la fede, promettendoli di fabricare un bellissimo Collegio, et particolarm.[en]te far una Chiesa, che li muri fossero d’oro massizzo, per le quali parole si può intendere la grande divotione, et zelo, ch‘ il buon Rè haveva verso il suo Regno. Ein paar Tage später, in seinem heiligen Eifer, sprach er sehr aufrichtig und mit grosser Neugierde mit den oben erwähnten Indianer, verhörte und befragte sie über Angelegenheiten, die das christliche Gesetz enthält, und versprach diesen Christen, sie in seinem Königreich zu bereichern, wenn Sie könnten ihm Befehle erteilen und eine Möglichkeit, mit diesen Gelehrten zu sprechen, die das christliche Gesetz kennen; So entschloss sich der König mit sechs seiner wichtigsten Höflinge zusammen mit seinem einzigen Sohn, dem Prinzen, mit den oben erwähnten Indianer zu den Vätern der Gesellschaft [von Jesus] und besonders dem Pater Andrea Lopez zu gehen; sie kamen zusammen, und der Eifer des Königs war so gross, dass er später, zufrieden mit der christlichen Lehre, gepredigt von dem oben erwähnten Vater Andrea Lopez, mit grosser Treue betete, so dass der Vater ihn und seinen Sohn zusammen mit sechs seiner ersten Kavaliere, die der König mitbrachte taufen; und so hat der erwähnte Vater, vom treuen König befriedigt, alle getauft hat; und der König wurde durch die Frömmigkeit, die dem Herrn gefiel, inspiriert, und er gab ihm ein Fieber, von dem er starb; und vor seinem Tod, mit grossem Glauben, erhielt der König alle Sakramente mit einer solchen Frömmigkeit, die unmöglich auszudrücken ist; der König befahl dem Sohn und den anderen sechs Kavalieren, das Gesetz des Christen zu beachten und nicht nur das, sondern auch, es in seinem Königreich zu verbreiten und den Vater Andrea aufzufordern, mit seinem Sohn in sein Königreich zu gehen um den Glauben zu pflanzen, er versprach, ein prächtiges Collegium, und besonders eine Kirche, zu bauen, wo Mauern aus solidem Gold sein würden; von diesen Worten können wir die grosse Frömmigkeit und den Eifer fühlen, den der gute König gegenüber seinem Königreich hatte.
Hora havendo inteso n[ost]ro R.[everentio] P.[adre] G[e]n[er]ale la misericordia del Sig.[no]re il quale apprendo la strada in quelli paesi per conversione dell‘ anime loro, n’ha fatto relatione à S.[ua] Santità, et insieme S.[ua] Santità con N.[ostro] P.[adre] G[e]n[er]ale sono determinati di mandare in missione al detto Regno di Paÿtiti il detto P.[adre] Andrea con alcuni altri, li quali stanno già in ordine di partirsi subito fatto Pasqua. Nachdem unser ehrwürdiger Pater General von der Gnade Gottes erfahren hatte, die sein Weg in diese Gebiete gefunden hat, um ihre [indianischen] Seelen zu bekehren, machte er einen Bericht an Seine Heiligkeit [den Papst], und zusammen mit unserem Pater General haben sie sich entschlossen, eine Mission in das erwähnte Königreich Paÿtiti zu schicken. Der Pater Andrea mit ein paar anderen, die bereit waren, auf Befehl sofort nach Ostern zu gehen.
Di gratia V.[ostra] R.[everentia] faccia raccomandare al Sig.[no]re questa S.[an]ta missione. Il detto P.[adre] Andrea Lopez havendo scoperto nella detta India del Perù certi Indiani salvatici, cioè nella fede, li quali ancora non erano battizati ne manco havevano ricevuto la legge Christiana, il detto P.[adre] Andrea li cominciò à insegnare la legge Christiana, et occupandosi in questi esserciti discoperse il Dio, che loro adoravano, ch’era una grande Pietra bazzarra di grandezza d’un melone, di peso di sissanta, et sett’oncie sopra la qual pietra abbruciorono l’incenso per forma di sacrificar’al lor‘ Iddio, ch’era l’istessa pietra; Domandandogli il P.[adre] Andrea quanto tempo havevano havuto questo Dio della pietra bazzarra, risposero, che poco tempo avanti, poco più, ò manco d’un‘ Anno. Mit der Gunst Deiner Ehrfurcht bitte Gott um Schutz in dieser heiligen Mission. Nachdem der oben erwähnte Pater Andrea Lopez in den Indianer von Peru einige wildgläubige Indianer gefunden hatte, die nicht getauft waren und kein christliches Gesetz hatten, begann er ihnen das christliche Gesetz beizubringen; während dieser Beschäftigung fand er den Gott, den sie anbeteten, und das war ein grosser merkwürdiger [es gibt ein Adjektiv ‚Bazarro‘ im ursprünglichen Text, den wir mit Zweifel als ‚merkwürdiger‘ übersetzten] Stein, von der Grösse einer Melone, sechzig- sieben Unzen, auf denen sie Weihrauch als Verehrung ihres Gottes aus Stein verbrannten. Pater Andrea fragte sie, wie lange sie den Gott eines seltsamen Steins gehabt hatten, und sie antworteten das nicht so lange, ungefähr ein Jahr.
Dimandandogli il ditto P.[adre] Andrea, che Dio prima havevano, gli risposero la Luna, et pigliorono per Dio la pietra bazzarra, risposero, che la causa che avevano pigliato per Diola pietra bazzarra, risposero, che la causa che havevano pigliato per Dio la pietra bazzarra era per li miracoli continoi, che la pietra facea in sanar quelle infermità, che avevano per incurabili applicando la virtù, ch Dio hà dato à questa pietra contra alcune infirmità, esser miracolo. Così ogni volta che sacrificavano alla pietra per Dio gli tagliavano un pezzo per dar‘ àgli ammalati et infermi delle infermità incurabili, con la qual pietra sanavano. Der besagte Vater Andrea befragte sie, welchen Gott sie vorher gehabt hatten, und sie antworteten, dass den Mond; sie sagten, dass sie den neuen Gott eines seltsamen Steins akzeptierten, wegen endlosen Wundern, die der Stein bei der Heilung jener Krankheiten die unheilbar waren, tat, als seine Kraft angewandt wurde; die Tatsache, dass der Gott ihnen den Stein gegen einige Krankheiten gab, war ein Wunder. Jedes Mal, wenn sie dem Gott ein Opfer auf einen Stein brachten, zerhackten sie ein Stück davon, um davon den Kranken und den Kranken mit unheilbaren Krankheiten zu geben, die der Stein heilen konnte.
Hor‘ il P.[adre] per la misericordia di Dio gli persuase, che tutto questo era inganno del Diavolo, et ch’era asai meglio adorare quel Dio, dal quale quella pietra riceveva quella virtù, c’haveva et piacque à Dio, che si persuasero tanto bene, che il detto Padre li battizò. Et hoggi dì sono buoni Christiani; et il P.[adre] Andrea hà portato seco la detta pietra bazzarra, ch lor adoravano per Dio, et l’hà presentata al Papa, la quale pietra gl’è stata molto grata à S.[ua] S.[antit]à tanto per la mi[sericordi]a ch’Iddio ha fatto à quelli che sono convertiti lasciando la detta pietra, quanto ancora per la virtù della detta pietra, la qual pietra è stata stimata di quà di valuta di quattro millia scudi. Jetzt hat sie Pater Andrea Lopez mit der Gnade Gottes überzeugt, dass alles eine Täuschung des Teufels ist, und dass es viel besser ist, den einen Gott anzubeten, von dem der Stein seine Macht erhielt; sie glaubten sehr gut, das gefiel dem Herrn, der besagte Pater taufte sie daher. Und nun sind sie gute Christen, und Pater Andrea brachte den erwähnten seltsamen Stein, den sie als Gott anbeteten mit und überreichte ihn dem Papst; der Stein war seiner Heiligkeit sehr gefällig, sowohl als die Barmherzigkeit, die Gott denen erwies, die [zum Christentum] konvertiert waren und verliessen den vorgenannten Stein, als auch für die Macht des Steins, dessen Kosten auf viertausend Scudo geschätzt wurden [eine italienische Münze].

Schlussfolgerung

Wie wahrscheinlich jeder, der den obigen Text liest, suchten wir auch nach Hinweisen, die uns neue Ideen zur Ortung von Paititi geben könnten. Leider sind alle Informationen zu diesem Thema sehr vage, um es zumindest so zu sagen, und sie haben uns nicht weiter gebracht. Aber der Bericht enthält eine sehr wichtige Information, die unsere Augen trifft und neue Fragen aufwirft: Wer waren die weisshäutigen Herrscher und Einwohner von Paititi? Es scheint offensichtlich, dass diese Beschreibung nicht unseren Erwartungen entspricht, dass sie Inkas waren. Aber wer könnten sie sonst sein?

Um Informationen aus erster Hand zu bekommen, haben wir Herrn Pedro Cieza de Leon um Hilfe gebeten — einen der angesehensten Chronisten Perus des 16. Jahrhunderts. Und tatsächlich schreibt er in seiner La Crònica del Peru, Kapitel LXXVIII, Seite 259: „Son estos indios naturales de Chachapoyas los mas blancos y agraciados de todos cuantos yo he visto en las Indias que he andado, y sus mujeres fueron tan hermosas que por sòlo su gentileza muchas dellas merecieron serlo de los ingas y ser llevadas a los templos del sol…“ [3]

Na ja… Hier haben wir wenigstens einen „smoking gun“. Und was mit den übrigenden Kugeln los ist?

  • Wir wissen, dass Chachapoyas wirklich einen kriegerischen Stamm waren und es dauerte lange, bis die Inkas sie erobern konnten.
  • Sie konnten Städte und Festungen bauen, die in Qualität und Grösse mit denen der Inkas vergleichbar waren.
  • Nachdem Chachapoyas von Inkas erobert worden waren (ihre Geschichte war der jüdischen der Neuzeit nicht unähnlich): Sie waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, einige von ihnen wurden gewaltsam in die entlegensten Winkel des Imperiums der Inkas vertrieben und damit ist die Möglichkeit, dass die Chachapoyas die Erbauer oder zumindest Miterbauer von Paititi waren, ist nicht ausgeschlossen.
  • Während des Brüderkrieges zwischen Atahualpa und Huascar und später während des Guerillakriegs gegen Spanier, spalteten sich die Chachapoyas auf verschiedene Seiten auf. Die Konflikte: einige von ihnen unterstützten Atahualpa, einige von ihnen Spanier, aber die Mehrheit von ihnen waren auf der Seite von Huascar. Und Huascar könnte das Schlüsselwort für weitere Untersuchungen sein:
    • Tupac Amaru entstammt aus der Linie von Huascar und vielleicht deshalb, nachdem er Vilcabamba verlassen hatte, suchte er sein Schutz in Paititi, das von seinen „Waffenbrüdern“ — Chachapoyas — regiert wurde.
    • In der weiblichen Linie gab es eine Verbingung zwischen Tupac Amaru und Tupac Amaru II.
  • Juan Carlos Polentini Wester erwähnt in seinem Buch „Por las Rutas del Paititi“ einen See auf dem Weg zwischen Cusco und Cordillera Paucartambo, wo laut den Legenden Huascar-Truppen einige der Schätze während ihres Transports an einen sicheren Ort verbargen (Paititi?).

Die Wahrheit zu finden und zu beweisen, dass alle unsere Kugeln wirklich funktionsfähig sind, scheint fast unmöglich zu sein. Wir können endlos über andere Möglichkeiten und andere Ergebnisse diskutieren. Die Realität ist, dass wir nicht genügend Ressourcen haben, um viele Unterfragen zu beantworten — zum Beispiel: „In welchem Masse waren Chachapoyas weiss, um der Beschreibung des Jesuitenberichts zu entsprechen oder nicht?“ Diese Art von Fragen wird uns definitiv abseits unserer Forschung führen und gleichzeitig auch zu unerwünschten Verwirrungen.

Während unserer Forschung über Paititi, versuchen wir nur etwas wie die „DNA“ der Geschichte der Inkas zu rekonstruieren. Diese hängt mit dieser legendären Stadt zusammen und deren Bestandteile tauchen immer wieder auf: Huascar, Paititi, weisshäutige Menschen, Zeugnisse, Legenden… Jeder dieser Teile bringt uns unserem Ziel näher, vor allem weil diese Teile wirklich wie eine virtuelle DNA funktionieren — indem sie sich in verschiedenen Quellen wiederholen, geben sie uns immer mehr Hinweise auf die gesamte Struktur. Und an der Stelle, wo unsere Vorstellungskraft ihre Grenzen trifft, kreuzen wir sie mit Hilfe von Bildern aus dem Weltall.


Verweise

  1. POLIA, Mario. Eldorado il mito svelato. Archeo, No. 204, 2002, s.32-37.
  2. ARSI, Perù. 19, ff. 38-41.
  3. In der Übersetzung von Herrn Clement Markham: „These Indians of Chachapoyas are the most fair and good-looking of any that I have seen in the Indies, and their women are so beautiful that many of them were worthy to be wives of the Yncas, or inmates of the temples of the sun…“ (The travels of Pedro de Cieza de León, A. D. 1532-50 : contained in the first part of his Chronicle of Peru, London , 1864, Hakluyt Society, p. 278)